»In meinen Träumen läutet es Sturm« Astrid Jacob gestaltet einen Abend mit Texten von Mascha Kaléko
Kartenreservierung »
Jüdische Gemeinde Frankfurt in Zusammenarbeit mit der Frankfurter Bürgerstiftung im Rahmen der Jüdischen Kulturwochen
Diese Veranstaltung ist bereits vorüber.
Mein schönstes Gedicht?
Ich schrieb es nicht.
Aus tiefsten Tiefen stieg es.
Ich schwieg es.
Mascha Kaléko
Mit viel Wärme macht sie [Astrid Jacob] den Menschen Mascha Kaléko lebendig, für den die erste Nachkriegszeit schon wieder Vorkriegszeit bedeutet, die Frau, die mit Witz männliche Gleichgültigkeiten aufspießt, die Europäerin, die mit Amerika zusammenprallt, in Paris das zärtliche Gestern wieder findet und nach Berlin immer noch sucht.
(Münchner Merkur, 5. Juli 1979)
Mascha Kaléko wurde 1907 im galizischen Schidlow (heute Polen) geboren. Die Mutter flüchtete mit ihren beiden Töchtern 1914 vor Pogromen nach Deutschland, wo Mascha Kaléko in Frankfurt am Main, Marburg und Berlin ihre Schulzeit verbrachte. Ab 1925 arbeitete sie im Büro des Arbeiterfürsorgeamts der jüdischen Organisationen Deutschlands in Berlin. Das lyrische Stenogrammheft, das sie berühmt machte, wurde 1933 veröffentlicht: bereits wenige Monate nach seinem Erscheinen fiel es nationalsozialistischen Bücherverbrennungen zum Opfer. 1938 ging sie mit ihrem Mann und ihrem Sohn in die Vereinigten Staaten, 1960 emigrierte die Familie nach Israel. Nach dem Krieg wurde Das lyrische Stenogrammheft im Rowohlt-Verlag wieder verlegt, doch obwohl Mascha Kaléko weiterhin als Dichterin, Werbetexterin und Kinderbuchautorin schriftstellerisch tätig war, konnte sie an ihren großen Erfolg in Deutschland nicht anknüpfen. Sie starb 1975 – nach dem Tod ihres Sohnes und Mannes – in Zürich.
Astrid Jacob erhielt ihre Ausbildung an der Westfälischen Schauspielschule Bochum, Engagements als Schauspielerin u.a. in Bochum, Saarbrücken, Krefeld, Nürnberg, Frankfurt am Main und am Staatstheater Stuttgart folgten. Als Kabarettistin wirkte sie im Ensemble der Münchner Lach- und Schießgesellschaft mit. Astrid Jacob beschäftigte sich seit 1977 mit dem Werk Mascha Kalékos und war damit eine der ersten, die deren literarisches Erbe wiederentdeckten. Für ihre literarischen Abende bei der Lach- und Schießgesellschaft mit Mascha Kalékos Texten und Fernsehaufzeichnungen wurde Astrid Jacob mit mehreren Kulturpreisen ausgezeichnet. Seit 1991 arbeitet sie als freischaffende Regisseurin, sowohl im Schauspiel als auch im Musiktheater. Sie ist seit 2007 Intendantin der Schloßfestspiele Willich-Neersen.



