1. ALTE BRÜCKE
Die alte Mainbrücke war im 18. und 19. Jahrhundert eine wichtige Verkehrsader. Sie war jahrhundertelang die einzige unmittelbare Verbindung zwischen Sachsenhausen und der Messestadt.

Die alte Mainbrücke zwischen Frankfurt und Sachsenhausen in einer Ansicht von 1747. Rechts und links die imposanten Türme, wie sie auch auf dem alten Merianplan von 1761 zu sehen sind. Das mittelalterliche Bauwerk mit seinen vielen Bögen war nur acht Meter breit; so muß es zu Messezeiten hier recht eng gewesen sein. 1926 wurde die alte Brücke durch einen Neubau ersetzt.
Einige Schritte von hier, in der Brückenstraße 26, ist Mozart 1790 im Gasthof «Zu den drei Rindern» für eine Nacht eingekehrt – «zu Tod froh, daß wir ein Zimmer erwischt haben». Auch Schiller hatte hier schon einmal gewohnt. Heute gibt es das Gasthaus nicht mehr; die Brückenstraße ist nur noch einseitig bebaut, und dort, wo Mozart übernachtet hat, tost der Verkehr durch die Walter-Kolb-Straße.
Am Tag nach seiner Ankunft 1790 kam Mozart über die Alte Brücke, um sich in der Innenstadt ein passenderes Domizil zu suchen. Auf umgekehrtem Wege hatte die Familie Mozart schon 1763 die Brücke passiert: Auf ihren Ausflügen zum Deutschordenshaus und zum Forsthaus überquerten sie den Main und fuhren dabei durch die imposanten Stadttore zu beiden Seiten der Brücke, die auf dem alten Merianplan abgebildet sind.
Die alte Brücke wurde 1926 durch einen Neubau ersetzt.
Wenn Sie etwa in der Mitte der Brücke stehen, fällt Ihr Blick zunächst auf die futuristische Skyline des modernen Frankfurt.Wie mag es zu Mozarts Zeit hier ausgesehen haben?
Frankfurt war eine verwinkelte, mittelalterliche Stadt mit viel Fachwerk, spitzen Giebeln und 55 Wehrtürmen. Es gab jedoch kaum imposante Kirchtürme, was von vielen Besuchern des 18. Jahrhunderts negativ vermerkt wurde. Den Kern bildete die dicht besiedelte Innenstadt. Sachsenhausen war in den 1390 geschaffenen Mauerring einbezogen, wie sich auf dem alten Merianplan leicht erkennen läßt. 1793 begann die Erweiterung der Stadt über die Mauern hinaus. Die Befestigungsanlagen wurden aufgelassen und in Spazierwege und Gartenanlagen umgewandelt. So lernte Mozarts Sohn Franz Xaver die Stadt kennen. Viele Häuser in der Altstadt hatten Schieferdächer, die im abendlichen Sonnenlicht wunderschön glänzten.
| Anhang | Größe |
|---|---|
| 1.37 MB |



