»Literatur im Schloß: Die Manns« Heinrich Mann und Thomas Mann. Ein deutscher Bruderzwist. Aus den Quellen dokumentiert von Hanjo Kesting.

»Literatur im Schloß: Die Manns« Heinrich Mann und Thomas Mann. Ein deutscher Bruderzwist. Aus den Quellen dokumentiert von Hanjo Kesting.
Am Mittwoch, 25. November 2009, 19.30 Uhr
Eintritt € 10 | erm.: € 5
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Heinrich und Thomas Mann

Ein literarischer Abend von Dr. h. c. Hanjo Kesting mit Ursula Illert, Siegfried W. Kernen und Jochen Nix; 
Einführung: Dr. h. c. Hanjo Kesting

Diese Veranstaltung ist bereits vorüber.

Als der Erste Weltkrieg begann, standen sie auf der Höhe ihres Lebens und gehörten zu den namhaftesten deutschen Autoren: die Brüder Heinrich Mann und Thomas Mann. Der jüngere Thomas hatte mit den Buddenbrooks die europäische Romankunst des 19. Jahrhunderts vollendet, der ältere Heinrich galt als Meister politischer Satire, auch wenn sein Roman Der Untertan 1914 nicht mehr erscheinen konnte, und als Ziehvater des Expressionismus (»der Meister, der uns alle schuf« nach einem Wort von Gottfried Benn).
Vieles verband die großen Brüder, in vielem waren sie einander ähnlich. Nur politisch gerieten sie in Planetenferne: Thomas Mann als Verteidiger des deutschen Kaiserreichs, Heinrich Mann als dessen entschiedener Kritiker. Vier Jahre arbeitete Thomas Mann an den Betrachtungen eines Unpolitischen, die im Kern eine Polemik gegen den Bruder darstellen, der darin als »Zivilisationsliterat« attackiert wird.
Hanjo Kesting hat den bitteren Bruderzwist aus Briefen der Brüder und anderen Dokumenten rekonstruiert und zu einer Textcollage zusammengestellt, die auch nach fast hundert Jahren nichts an exemplarischer Bedeutung verloren hat. 

Ursula Illert, Schauspielerin, geboren 1946, Studium an der Frankfurter Hochschule für Musik und Darstellende Kunst. Engagements an verschiedenen Theatern. 1986 tauschte sie ihren Platz auf der Bühne mit dem hinter den Mikrophonen der Rundfunkanstalten. Es fasziniert sie, allein mit ihrer Stimme die Menschen zu erreichen. Neben der Rundfunkarbeit liest sie Hörbücher ein, ist mit Lesungen, literarisch-musikalischen Kleinkunstprogrammen mit der Musikerin Anka Hirsch oder mit dem Frankfurt Jazz Trio mit Jazz und Lyrik unterwegs.

Siegfried W. Kernen, geboren 1940 in Vorpommern, wuchs am Zürichsee auf. Seit 1964 ist er als Schauspieler in Deutschland tätig. Wichtige Theaterstationen seiner Arbeit sind Bonn, Berlin (Freie Volksbühne, Theater des Westens) und Hamburg (Thalia Theater). Viele Jahre arbeitete er ausschließlich für das Fernsehen. Am nachhaltigsten dürfte sein Zollfahnder Hobel aus den ARD-Wirtschaftskrimis Schwarz-Rot-Gold in Erinnerung sein. Nach reger Tätigkeit für den Rundfunk hält Siegfried W. Kernen in letzter Zeit hauptsächlich Literaturlesungen. Er lebt seit über dreißig Jahren in Hamburg.   

Hanjo Kesting, geboren 1943, war von 1973 bis 2006 Leiter der Hauptredaktion Kulturelles Wort beim Norddeutschen Rundfunk. Seit Mai 2006 ist er als Redakteur der Zeitschrift Neue Gesellschaft/Frankfurter Hefte tätig. Letzte Publikationen: Ein bunter Flecken am Kaftan. Essays zur deutsch-jüdischen Literatur, Göttingen 2005. – Der Musick gehorsame Tochter. Mozart und seine Librettisten, Göttingen 2005. – Geheimnis und Melancholie. Literarische Zerstreuungen, Hannover 2005. – Ein Blatt vom Machandelbaum. Deutsche Schriftsteller vor und nach 1945, Göttingen 2008. 1982 erhielt er den Kritikerpreis der Salzburger Festspiele, 2005 wurde ihm der Kurt-Morawietz-Literaturpreis der Stadt Hannover verliehen, 2007 folgte die Ehrenpromotion der Universität Hamburg. Hanjo Kesting ist Vorsitzender des Kuratoriums der Günter Grass-Medienstiftung Bremen.

Jochen Nix ist Fernseh- und Theaterschauspieler und Regisseur. Seit über 40 Jahren arbeitet er als Sprecher für Funk und Fernsehen, vor allem für den Bayerischen Rundfunk, den Norddeutschen Rundfunk und den Hessischen Rundfunk, seit vielen Jahren auch als Regisseur für Features und Hörspiele. In seiner Laufbahn als Theaterschauspieler spielte er unter anderem den Herzl in George Taboris Mein Kampf (St. Gallen 1992) und die Titelrolle in Lessings Nathan der Weise (Darmstadt 1993). Im Fernsehen gab er u.a. die Hauptrolle in der 13-teiligen Serie Himmelsheim des SWR. Im Frankfurter Raum ist Jochen Nix vor allem auch durch seine Lesungen bekannt.