Hugo von Holz
Hugo von Holz
Chorus:
Leise, leise hört ihr das?
dort im Holze kruspelt was,
knurpselt, raspelt, bohrt und sägt,
kaum hörbar zwar, doch unentwegt.
Wer kann das sein? So winzig klein?
Dort im Turm?
Das ist Herr Hugo von Holz, der Wurm.
1) Seit Jahren gilt sein Augenmerk
ausschließlich seinem Lebenswerk,
das er vor hundert Jahr begann,
als er den kühnen Plan ersann:
Ein handgebohrtes Labyrinth,
durch das nur er alleine find’t,
um ungestört im Holz zu hausen,
im Schlößchen derer von Holzhausen.
Chorus:
2) Die Küche war’s, wo er nach Plan
mit seinem Nagewerk begann.
Die war seinerzeit im Keller:
dort standen Töpfe, Schüsseln, Teller.
Es brutzelte in schweren Pfannen,
Rahm schwamm rum in großen Kannen.
Die Magd polierte das Besteck,
es roch nach Apfelbrei und nach Speck.
Chorus:
3) Kaum zwanzig Jahr später dann,
kam er im ersten Stockwerk an.
Da roch’s nach Leder und Papier,
denn die Bibliothek war hier.
Buchregale an den Wänden
mit dünnen Heftchen, dicken Bänden,
Finster aus der Bücherhöhl’
schaut manch ein Ahne gemalt in Öl.
Chorus:
4) Schon ist er im zweiten Stock
zehn Jahre später. Welch ein Schock.
Fast immer war er nun allein,
doch plötzlich Leute schick und fein.
Der Festsaal liegt in seiner Pracht,
gefeiert wird die ganze Nacht.
Zu den Salonorchesterklängen
tanzt man im Saal und auf den Gängen.
Chorus:
5) Nochmal zehn Jahre braucht er bis
zum vierten Stock, da sieht er dies:
Wohnräume und Schlafgemächer,
langsam fühlt er sich schon schwächer.
Fünf Jahre später endlich endet
im Belvedere die Reis’. Vollendet
ist das Werk und mächtig stolz
kannst du drauf sein, Hugo von Holz!



