Die Schloßeule

Die Schloßeule

Chorus:

Dort drüben hinterm Schloß
beim Wasser, dort am Teiche
wohnt eine alte Eule in einer großen Eiche.
Die lebt im Park beim Schloß
schon viele, viele Jahr,
die kann dir erzählen,
wie es früher hier mal war.

1) Am Schloßpark stand ein Wehrturm
mit einem Wassergraben
über die Zugbrücke sah ich
so manchen Ritter traben.
Mit Ritterschwert und Rüstung
und Federbusch ganz keck.
Wenn so einer ins Wasser fiel,
plumps, dann war er weg.
 
gesprochen:
Das war vor langer, langer Zeit, im Mittelalter
nämlich, damals ist die Familie von Holzhausen
hier eingezogen. Von hier bis in die Stadt brauchte
man, wenn man kein Pferd hatte, fast eine Stunde
lang, und der Weg ging über Feld und Wiesen.

2) Dann entstand das Schlößchen,
da hat dann wer gehaust
unten tief im Keller,
vor dem hat’s mir gegraust.
Bei dem hat es gestunken,
gequalmt und auch gekracht,
denn der versuchte rauszufinden,
wie man Gold und Silber macht.

gesprochen:
Sein Name war übrigens Johann Christian Würth von
Mackau Freiherr von Cretz, und der hat mit seinen
Experimenten die Familie Holzhausen fast ruiniert.
Aber, soviel er es auch probiert hat, geschafft hat er
das nie, das mit dem Gold.

Chorus:

3) Kaum hundert Jahr später,
gab’s hier große Feste,
zu denen kamen manchmal
hunderte von Gästen.
Die Herren mit Perücken,
die Gesichter vornehm blaß,
die Damen aufgedonnert
und mit Puder auf der Nas‘.

gesprochen:
Damals ist der Herr Justinian von Holzhausen mal
nach einem Fest in den Wassergraben gefallen, muß
wohl ein ganz besonders guter Wein gewesen sein an
diesem Abend. Aber es ist ihm nichts passiert.
Bloß die Seidenstrümpfe, die waren hin.

4) Ja, so war das damals, und wie ist es heute?
Da gibt es um den Park herum
Autos, Häuser, Leute,
im Park da spielen Kinder aus der ganzen Welt,
und jeden Dienstag wird im Schloß
vom Schloßkater erzählt.