Frankfurter Buchmesse 2009
Hans Christoph Buch liest aus: Reise um die Welt in acht Nächten (Frankfurter Verlagsanstalt)
Hans Christoph Buch ist der große Reisende unter den deutschen Schriftstellern. Jetzt legt er einen neuen Abenteuer- und Reiseroman vor, voller unterhaltsamer Geschichten. Wir begleiten den namenlosen Erzähler, einen furchtlosen und kritischen Beobachter, auf acht seiner Reisen. In Mumbai bewegt sich der Erzähler durch die Rotlichtbezirke der Stadt, er ist gleichermaßen angezogen und abgestoßen vom Schmutz und vom billigen Sex an jeder Ecke. Eine Minderjährige bietet sich ihm an, um ein Haar gibt er einem seltsamen Verlangen nach. Er begleitet einen Arzt und HIV-Experten, der ihn mit dem ganzen Elend der Prostitution konfrontiert. In der Hitze ein nicht enden wollendes Hupkonzert, die Abgase formen schwere Wolken, darüber steht die flirrende Sonne. Weiter reisen wir nach Islamabad, folgen dem Erzähler auf seiner Suche nach einem halbwegs legalen Whiskey und dem verschwundenen deutschen Kriegsreporter Kapruner. Zusammen mit einer kleinen deutschen Kulturdelegation kommen wir nach Beijing und Shanghai, sitzen mit ihm in der Kälte im Packeis der Antarktis fest, delirieren in der Hitze des Senegals und des Kongos und landen inmitten der Wirren eines Putsches auf Haiti.
Entstanden ist ein lebendiger und humorvoller Reiseroman, der die Welt abseits bekannter touristischer Ziele ebenso liebevoll wie aufmerksam beobachtend beschreibt. Eine Travestie und Burleske, eine abenteuerliche Reise um die Welt in acht Nächten.
Hans Christoph Buch war 1963 der vielleicht jüngste Teilnehmer der Gruppe 47 überhaupt. Als Essayist und Reporter ist er Verfasser unzähliger politischer Artikel und Reisereportagen, insbesondere aus dem karibischen Raum und aus afrikanischen Krisengebieten. 2004 erhielt er den renommierten Preis der Frankfurter Anthologie. In der FVA erschien 2007 seine Novelle „Tod in Habana“.
Alfred Grosser liest aus: Von Auschwitz nach Jerusalem. Über Deutschland und Israel (Rowohlt Verlag)
Der Gaza-Krieg hat die Fragen wieder aufgeworfen: Wie scharf darf man Israel kritisieren? Messen die Israel-Kritiker mit zweierlei Maß – oder die Israel-Verteidiger? Und wann ist die Grenze zum Antisemitismus überschritten?
Wenn es um den jüdischen Staat geht, kochen sechzig Jahre nach dessen Gründung die Emotionen regelmäßig hoch. Das hat insbesondere in Deutschland damit zu tun, daß in der Debatte unterschiedliche Auffassungen darüber aufeinanderprallen, welche Lehren aus der Shoah zu ziehen seien.
Aus der Perspektive eines Franzosen, der als deutscher Jude geboren wurde, bringt Alfred Grosser Klarheit in dieses von Polemik, Unterstellungen und Verzerrungen geprägte Feld. Er würdigt die deutsche Erinnerungspolitik und zeigt zugleich auf, wo diese doktrinär erstarrt ist. Für ihn kann die Konsequenz aus dem Judenmord nur lauten: Die Menschenrechte sind unteilbar und immer und überall einzufordern. Sie gelten für Muslime nicht weniger als für Juden – in Palästina, aber auch in Europa selbst. Ein wichtiges Buch zu einem Thema, das uns noch lange begleiten wird.
Alfred Grosser, geboren 1925 in Frankfurt am Main, war Professor am Institut d’études politiques, Paris. In Deutschland ist er seit den fünfziger Jahren durch seine Zeitungsartikel, Reden, Bücher und Auftritte in Radio und Fernsehen bekannt. 1975 erhielt er den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels, danach zahlreiche weitere Ehrungen. 2006 wurde in Bad Bergzabern ein Schulzentrum nach ihm benannt. Nach wie vor hat er in Deutschland etwa 30 öffentliche Auftritte pro Jahr.
Schüler und Studenten haben freien Eintritt

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