Jüdische Kulturwochen

Am 1. November 2009 - 16:00 Uhr

»Noahs Taube« Musikalische Lesung mit dem Kinderchor der Frankfurter Bürgerstiftung nach dem Buch von Isaac Bashevis Singer Musik und Leitung: Micha Häckel

Jüdische Gemeinde Frankfurt in Zusammenarbeit mit der Frankfurter Bürgerstiftung im Rahmen der Jüdischen Kulturwochen

Noahs Taube

Damals, als die Tiere davon hörten, daß Noah seine Arche baute und nur die Besten von ihnen aufnehmen würde, fingen sie mitein ander einen Wettstreit an. »Ich bin der Stärkste«, brüllte der Löwe. »Ich dufte von allen am besten. Mein Geruch ist berühmt«, stänkerte das Stinktier. Und so ging es in einem fort. Nur die Taube beteiligte sich nicht. Noah wunderte sich und fragte, ob sie denn nichts Besonderes an sich hätte. »Doch« gurrte sie und erklärte, daß jeder bei seiner Erschaffung etwas Besonderes bekommen hätte und darum nicht der eine besser sei als der andere. Und so kam es, daß Noah alle Tiere mit auf seine Arche nahm. Isaac B. Singers wunderschöne Neuerzählung der alten biblischen Geschichte wird durch Eric Carles ausdrucksvolle Collagen zu einem unvergänglichen Bilderbuch über das Anderssein und das Miteinander.

Eintritt frei! Anmeldung dringend erforderlich unter Tel.: (069) 55 77 91 oder über das Reservierungsformular.

Am 3. November 2009 - 19:30 Uhr

»In meinen Träumen läutet es Sturm« Astrid Jacob gestaltet einen Abend mit Texten von Mascha Kaléko

Jüdische Gemeinde Frankfurt in Zusammenarbeit mit der Frankfurter Bürgerstiftung im Rahmen der Jüdischen Kulturwochen

Mein schönstes Gedicht?
Ich schrieb es nicht.
Aus tiefsten Tiefen stieg es.
Ich schwieg es.

                     Mascha Kaléko

Mit viel Wärme macht sie [Astrid Jacob] den Menschen Mascha Kaléko lebendig, für den die erste Nachkriegszeit  schon wieder Vorkriegszeit bedeutet, die Frau, die mit Witz männliche Gleichgültigkeiten aufspießt, die Europäerin, die mit Amerika zusammenprallt, in Paris das zärtliche Gestern wieder findet und nach Berlin immer noch sucht.
(Münchner Merkur, 5. Juli 1979)

Mascha Kaléko wurde 1907 im galizischen Schidlow (heute Polen) geboren. Die Mutter flüchtete mit ihren beiden Töchtern 1914 vor Pogromen nach Deutschland, wo Mascha Kaléko in Frankfurt am Main, Marburg und Berlin ihre Schulzeit verbrachte. Ab 1925 arbeitete sie im Büro des Arbeiterfürsorgeamts der jüdischen Organisationen Deutschlands in Berlin. Das lyrische Stenogrammheft, das sie berühmt machte, wurde 1933 veröffentlicht: bereits wenige Monate nach seinem Erscheinen fiel es nationalsozialistischen Bücherverbrennungen zum Opfer. 1938 ging sie mit ihrem Mann und ihrem Sohn in die Vereinigten Staaten, 1960 emigrierte die Familie nach Israel. Nach dem Krieg wurde Das lyrische Stenogrammheft im Rowohlt-Verlag wieder verlegt, doch obwohl Mascha Kaléko weiterhin als Dichterin, Werbetexterin und Kinderbuchautorin schriftstellerisch tätig war, konnte sie an ihren großen Erfolg in Deutschland nicht anknüpfen. Sie starb 1975 – nach dem Tod ihres Sohnes und Mannes – in Zürich.

Astrid Jacob erhielt ihre Ausbildung an der Westfälischen Schauspielschule Bochum, Engagements als Schauspielerin u.a. in Bochum, Saarbrücken, Krefeld, Nürnberg, Frankfurt am Main und am Staatstheater Stuttgart folgten. Als Kabarettistin wirkte sie im Ensemble der Münchner Lach- und Schießgesellschaft mit. Astrid Jacob beschäftigte sich seit 1977 mit dem Werk Mascha Kalékos und war damit eine der ersten, die deren literarisches Erbe wiederentdeckten. Für ihre literarischen Abende bei der Lach- und Schießgesellschaft mit Mascha Kalékos Texten und Fernsehaufzeichnungen wurde Astrid Jacob mit mehreren Kulturpreisen ausgezeichnet. Seit 1991 arbeitet sie als freischaffende Regisseurin, sowohl im Schauspiel als auch im Musiktheater. Sie ist seit 2007 Intendantin der Schloßfestspiele Willich-Neersen.

Am 24. November 2009 - 16:00 Uhr

»Noahs Taube« Musikalische Lesung mit dem Kinderchor der Frankfurter Bürgerstiftung nach dem Buch von Isaac Bashevis Singer Musik und Leitung: Micha Häckel

Jüdische Gemeinde Frankfurt in Zusammenarbeit mit der Frankfurter Bürgerstiftung im Rahmen der Jüdischen Kulturwochen

Noahs Taube

Damals, als die Tiere davon hörten, daß Noah seine Arche baute und nur die Besten von ihnen aufnehmen würde, fingen sie mitein ander einen Wettstreit an. »Ich bin der Stärkste«, brüllte der Löwe. »Ich dufte von allen am besten. Mein Geruch ist berühmt«, stänkerte das Stinktier. Und so ging es in einem fort. Nur die Taube beteiligte sich nicht. Noah wunderte sich und fragte, ob sie denn nichts Besonderes an sich hätte. »Doch« gurrte sie und erklärte, daß jeder bei seiner Erschaffung etwas Besonderes bekommen hätte und darum nicht der eine besser sei als der andere. Und so kam es, daß Noah alle Tiere mit auf seine Arche nahm. Isaac B. Singers wunderschöne Neuerzählung der alten biblischen Geschichte wird durch Eric Carles ausdrucksvolle Collagen zu einem unvergänglichen Bilderbuch über das Anderssein und das Miteinander.

Eintritt frei! Anmeldung dringend erforderlich unter Tel.: (069) 55 77 91 oder über das Reservierungsformular.

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